Brandenburg hat wirtschaftsstrukturelle Besonderheiten zu beachten und setzt ergänzend zu den gemeinsamen auf die Förderung von vier Brandenburg-spezifischen Clustern. Der Anteil dieser Cluster an der brandenburgischen Gesamtwirtschaft beträgt bezogen auf die Beschäftigung 18 Prozent und in Bezug auf den Umsatz 26 Prozent.

Besonders in der Fläche steigt die Bedeutung der Vernetzung der Unternehmen mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Branchenverbänden, Kammern, aber auch mit Institutionen des Landes wie der ILB. Die Clusterarbeit befördert diese Zusammenarbeit. Wie erfolgreich das ist, zeigt die Entwicklung der Brandenburg-spezifischen Cluster.

Mehr Beschäftige in der Ernährungswirtschaft

Das Cluster Ernährungswirtschaft mit seinen 3.500 Unternehmen und fast 57.600 Beschäftigten entlang der Wertschöpfungskette Landwirtschaft, Ernährungs-/Getränkeindustrie, Logistik und Handel gehört, sowohl am Umsatz als auch an der Beschäftigung gemessen, zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen Brandenburgs.

So erwirtschafteten die 165 größten Unternehmen der Nahrungs- und Futtermittelindustrie sowie der Getränkeherstellung im Jahr 2015 einen Umsatz von rund 4,3 Milliarden Euro. Die Anzahl der Beschäftigten wuchs in den letzten zehn Jahren um 22 Prozent auf 13.000.

Cluster Tourismus auf gutem Weg

Der Tourismus in Brandenburg befindet sich auf einem stabilen Wachstumskurs. Vor 25 Jahren wurden im Land 580 Beherbergungsstätten mit 34.000 Betten und 140 Camping plätze mit 12.100 Stellplätzen gezählt. Im Jahr 2015 waren es rund 1.500 Beherbergungsstätten mit 85.000 Betten und 170 Campingplätze mit mehr als 40.500 Stellplätzen.

Das Gästeaufkommen stieg entspre­chend von 4,6 Millionen Übernachtungen im Jahr 1992 auf 12,5 Millionen im Jahr 2015 und damit auf einen neuen Rekordwert. Bei den Flächenbundesländern liegt Brandenburg damit bei den Zuwächsen bundesweit an der Spitze.

Cluster Kunststoffe und Chemie wächst

Brandenburg hat sich zu einem bedeutenden Standort der europäischen Chemie und Kunststoffindustrie entwickelt. Mit rund 620 Unternehmen und fast 13.000 Beschäftigten betrug der Anteil dieses Cluster an der gewerblichen Wirtschaft in Brandenburg im Jahr 2015 gut 12 Prozent.

Kaum eine andere Branche in Bran­denburg ist so eng mit anderen Wirtschaftszweigen verflochten, da die Unternehmen häufig als Zulieferer für viele Ausgangsprodukte im Medizin- und Pharmabereich, der Energietechnik, im Fahrzeugbau und vielen weiteren Branchen fungieren.

Der Umsatz der chemischen Industrie in Brandenburg steigerte sich in den Jahren 2010 bis 2015 von 1,7 auf fast 2,0 Milliarden Euro.

Cluster Metall prägt Wirtschaftsstruktur

Die Metallindustrie zählt zu den beschäftigungsstärksten Branchen des verarbeitenden Gewerbes. Mit mehr als 2.400 Unternehmen und über 38.000 Beschäftigten prägt sie die Wirtschaftsstruktur vieler Regionen im Land Brandenburg.

Auch die Unternehmen dieses Clusters haben viele Schnittstellen zu anderen Branchen wie den Fahrzeugbau, die Luft- und Raumfahrt und die Energiewirtschaft. Die Akteure verfügen dabei über eine hohe Innovationsquote. Neun von zehn Unternehmen haben in den letzten Jahren neue und/oder verbesserte Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen entwickelt.

Studie ermittelt Bedarf an Clustermaßnahmen

Die Landesregierung setzt weiterhin den Fokus auf die Förderung dieser Cluster. Zur Ermittlung des KMU-Bedarfs an clusterorganisierten Angeboten führen die Brandenburgische Technische Universität und die Technische Universität Posen seit Anfang 2017 gemeinsam eine wissenschaftliche Untersuchung durch.

Mit dieser Studie soll ein noch besseres Verständnis für die Zusammenarbeit von Unternehmen in Clustern – insbesondere auf ihre Innovationskultur bezogen – erreicht werden.