Brandenburg ist ein Flächenland, das sich aufgrund seiner Heterogenität besonderen Herausforderungen stellen muss. Deshalb wurden landesweite ökonomische Programme und Angebote entwickelt, um alle beteiligten Akteure zu vernetzen, damit sie neue gemeinsame Projekte initiieren können. Das reicht jedoch noch nicht aus. Oft ist die Förderung regionaler Netzwerke im Rahmen der Clusterarbeit eine zusätzliche Erfolg versprechende Ergänzung.

Förderpolitik wurde neu strukturiert

Im Jahr 2005 hat das Land Branden­burg seine Wirtschafts- und Förderpolitik neu strukturiert. Das Land verfolgt seitdem eine Strategie der sektoralen und räumlichen Konzentration der Fördermittel. Sektoral wurden 16 Branchenkompetenzfelder identifiziert, zu denen jene Regionen ermittelt wurden, an denen sich Schwerpunkte der jeweiligen Branche herausgebildet hatten.

Regional konzentriert sich die Förderung auf die 15 sogenannten Regionalen Wachstumskerne (RWK). Dabei handelt es sich um besonders leistungsstarke Standorte, die über besonderes wirtschaftliches und wissenschaftliches Potenzial sowie über eine Mindestanzahl an Einwohnern verfügen.

15 Regionale Wachstumskerne

  • Brandenburg an der Havel
  • Cottbus
  • Eberswalde
  • Fürstenwalde/Spree
  • Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt
  • Luckenwalde
  • Ludwigsfelde
  • Neuruppin
  • Oranienburg, Hennigsdorf, Velten
  • Potsdam
  • Schwedt/Oder
  • Spremberg
  • Schönefelder Kreuz (Wildau, Königs Wusterhausen, Schönefeld)
  • Prignitz (Perleberg, Wittenberge, Karstädt)
  • Westlausitz (Finsterwalde, Großräschen, Lauchhammer, Schwarzheide, Senftenberg)

Ausrichtung der Förderung auf RWK

Das Ziel der Förderung der RWK besteht darin, die spezifischen Potenziale dieser Wirtschaftsräume gezielt weiterzuentwickeln und die Strahlkraft der Regionen zu stärken. In Verbindung mit der Clusterarbeit sollen in den RWK viele wirtschaftlich stabile Arbeitsplätze geschaffen und gesichert sowie dadurch ein nachhaltiges Wachstum generiert werden.

Insbesondere das Programm „GRW-Ausbau der wirtschaftsnahen kommunalen Infrastruktur“ (GRW-I) ist prioritär auf die Förderung von RWK ausgerichtet. Das Programm unterstützt unter anderem die Errichtung und den Ausbau von Gewerbezentren, die Weiterentwicklung touristischer Angebote wie Radwanderwege und Einrichtungen der beruflichen Bildung.

Darüber hinaus stehen den RWK und den sie umgebenden Landkreisen ein Regionalbudget für gemeinsame Projekte, zum Beispiel zur Verbesserung der regionalen Kooperation, zur Verfügung. Gefördert werden ebenso Pro­jekte des Regionalmanagements, zum Beispiel um integrierte regionale Entwicklungskonzepte umzusetzen.

Beim Ausbau der Infrastruktur Brandenburg spielt die ILB eine wichtige Rolle. Im Jahr 2016 hat sie über das Programm GRW-I insgesamt 36 Millionen Euro Fördermittel zugesagt, mit denen vorrangig in den RWK Investitionen in Höhe von 52 Millionen Euro realisiert werden.

Wirtschaftswachstum ist Gradmesser

Die Auswirkungen dieser Förderstrategie werden anhand der Entwicklung der Arbeitsplatzdichte in den RWK sichtbar. Während die durchschnittliche Arbeitsplatzdichte im Land Brandenburg im Jahr 2015 bei 325 Be­schäftigten pro 1.000 Einwohner lag, war die Arbeitsplatzdichte in allen RWK höher – sie betrug zwischen 394 und 566. Dieser Wert entwickelt sich dynamisch: Lag die durchschnittliche Arbeitsplatzdichte aller RWK im Jahr 2006 noch bei 385, erreichte sie nicht einmal zehn Jahre später bereits einen Wert von 449 Beschäftigten pro 1.000 Einwohner.

Regionalisierung der Clusterpolitik

Um die RWK weiter zu unterstützen, wurde im Jahr 2013 mit dem Projekt „Regionalisierung der brandenburgischen Clusterpolitik“ aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) ein weiteres Instrument zur Unterstützung der Regionalen Wachstumskerne geschaffen. Gefördert wurden und werden neben Standortdialogen und Innovationsforen vor allem die Zusammenarbeit von Unternehmen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Durch die gezielte Förderung schafft die ILB den Raum, in dem auch in Zukunft immer wieder Neues entstehen kann.