Brandenburg hat sich seit seiner Neugründung deutlich verändert. Besonders die Wirtschaft stand vor 25 Jahren vor großen Herausforderungen. Einerseits galt es, die Folgen von 40 Jahren Planwirtschaft zu überwinden, andererseits musste das größte Flächenland im Osten Deutschlands – wie alle anderen neuen Bundesländer auch – den Zusammenbruch der industriellen Basis und damit des wirtschaftlichen Fundaments verkraften.

Die Gründung der ILB

Zu Beginn des Jahres 1991 wurde in Brandenburg ein Aufbaustab zur Gründung einer Förderbank ins Leben gerufen. Am 31. März 1992 wurde daraufhin die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) gegründet, die am 1. Juli 1992 ihre Geschäftstätigkeit aufnahm. Die Forderung der Politik lautete vor allem, durch Förderung des Wirtschaftswachstums den Anpassungsprozess an die soziale Marktwirtschaft zu forcieren und die Beschäf­tigungssituation zu verbessern.

Seither fördert die ILB die Wirtschaft, schafft die Voraussetzungen für Wachstum sowie Innovationen und unterstützt die Internationalisierung der Brandenburger Unternehmen. Seit der Aufnahme ihrer Arbeit bis Ende 2016 sagte die ILB allein im Förderfeld Wirtschaft insgesamt 11,4 Milliarden Euro zu. Die Fördermittel kamen mehr als 46.000 Projekten zugute und lösten Investitionen in Höhe von 45,0 Milliarden Euro aus. Die Erfolgsgeschichte der Brandenburger Wirtschaft ist eng mit der Erfolgsgeschichte der ILB verbunden.

Brandenburgs Wirtschaft

Heute ist die Brandenburger Wirtschaft gut aufgestellt. Die verbliebene Industrie konnte stabilisiert werden. Die fast flächendeckend modernisierte Infrastruktur mit Verkehr, Telekommunikation, Energie- und Wasserversorgung, Forschung und Lehre schuf die Voraussetzung für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit brandenburgischer Unternehmen.

Chemie in der Lausitz, Erdölverarbeitung in der Uckermark und Online-Handel im Europarc Dreilinden – zu den bekanntesten Unternehmen im Land Brandenburg zählen der Chemiekonzern BASF in Schwarzheide mit 1.800 Mitarbeitern, die Raffinerie PCK Schwedt mit 1.200 Mitarbeitern und das Internetunternehmen eBay, welches seine 1.000 Mitarbeiter größtenteils in Potsdam-Mittelmark beschäftigt.

Mittelstand treibt wirtschaftliche Entwicklung voran

Die Wirtschaftsstruktur des Landes wird aber weniger durch große Industrieunternehmen, sondern vielmehr durch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geprägt. Dementsprechend spielte und spielt die Rolle der KMU bei der wirtschaftlichen Entwicklung und der Sicherung der Beschäftigung eine entscheidende Rolle.

Angesichts dieser hohen Bedeutung hatte und hat die Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen durch Zuschüsse, Darlehen, Bürgschaften oder in Form von Beteiligungen höchste Priorität. Mit Erfolg, wie die folgenden Zahlen bestätigen.

Wirtschaftszahlen belegen positive Entwicklung

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt als Indikator der wirtschaftlichen Leistung. Lag das BIP als Wert aller erzeugten Waren und Dienstleistungen 1992 im Land Brandenburg noch bei 24 Milliarden Euro, konnte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg für das Jahr 2015 bereits einen Wert von 65 Milliarden Euro melden. Die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer in Brandenburg stiegen von umgerechnet durchschnittlich 17.700 Euro im Jahr 1992 auf 33.000 Euro im Jahr 2015 an. Damit liegen sie im Vergleich der neuen Bundesländer aktuell an zweiter Stelle.

Umstrukturierung geht weiter

Trotz dieser positiven Entwicklungen sind der industrielle Umstrukturierungsprozess und die Entwicklung eines wettbewerbsfähigen Dienstleistungssektors noch nicht abgeschlossen. Bei der Arbeitsproduktivität erreicht Brandenburg im ostdeutschen Vergleich mit 80 Prozent im Verhältnis zum gesamtdeutschen Niveau zwar einen Spitzenwert, doch auch hier gibt es weiteren Aufholbedarf. Vor allem Industriezweige, die auf Forschung, Technologie und Umwelt setzen, sind in Brandenburg gegenwärtig noch unterrepräsentiert.

Brandenburgs Landesregierung hat die Zeichen der Zeit erkannt und in der aktuellen Förderperiode die Unterstützung von Forschung, Entwicklung und Innovationen verstärkt. Allein über die hierbei wichtigsten Programme sagte die ILB im Jahr 2016 Fördermittel in Höhe von insgesamt 58 Millionen Euro zu und legte damit das Fundament für Vorhaben in Höhe von 75 Millionen Euro.