Die ILB fördert Existenzgründungen sowie gewerbliche Unternehmen, Agrar- und Medienunternehmen. Auftraggeber sind die Ministerien für Wirtschaft und Energie sowie für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg. Ergänzend zu den Förderrichtlinien bietet die Bank eigene Produkte an.

Leitend für die inhaltliche Ausrichtung des Förderfeldes Wirtschaft sind unter anderem die Prioritätenachsen, d. h. die thematischen Schwerpunkte, des Operationellen Programmes (OP) des Landes Brandenburg für den EFRE in der Förderperiode 2014–2020. Das Segment Landwirtschaft orientiert sich am Entwicklungsplan für den ländlichen Raum Brandenburgs und Berlins (EPLR) des ELER.

Die ILB fördert die Investitionstätigkeit von Unternehmen im Land Brandenburg und bietet insbesondere Programme zur Förderung von Existenzgründungen sowie von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben an. Ferner unterstützt die Bank die Internationalisierung Brandenburger Unternehmen durch die Förderung von Markterschließungen im Ausland sowie die Teilnahme an Messen. Der Fokus liegt dabei auf der Förderung gewerblicher kleiner und mittelständischer Unternehmen.

Darüber hinaus fördert die ILB neben Investitionen in Landwirtschaftsbetriebe auch Maßnahmen des Umwelt-, Natur- und Ressourcenschutzes. Die Bandbreite reicht von Investitionen in tierartgerechte Haltung über die Erhaltung der Artenvielfalt bis hin zu Waldumbaumaßnahmen und Projekten im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft.

Ergebnisse der Förderung im Jahr 2016

Im Förderfeld Wirtschaft sagte die ILB im Jahr 2016 insgesamt 455,5 Millionen Euro zu. Die Anzahl der geförderten Vorhaben stieg dabei um 41 Prozent auf 1.665. Durch die Förderung werden Investitionen in Höhe von 1,60 Milliarden Euro und damit 124,6 Millionen Euro mehr als im Vorjahr ermöglicht. Damit verbunden ist die Schaffung von mehr als 1.770 neuen Arbeitsplätzen in Brandenburg.

Das Zusagevolumen im Auftrag des Landes erhöhte sich um 19 Prozent auf 239,6 Millionen Euro, das Fördervolumen der ILB-Produkte erreichte 215,9 Millionen Euro.

In der gewerblichen Wirtschaft sagte die Bank insgesamt 260,6 Millionen Euro zu. Mit den Fördermitteln konnten 705 Vorhaben und damit fast doppelt so viele wie im Vorjahr unterstützt werden. Das mit der Förderung ermöglichte Investitionsvolumen erhöhte sich um 51 Prozent auf 914,8 Millionen Euro.

Im Rahmen der Geschäftsbesorgung bewilligte die ILB 137,9 Millionen Euro. Das mit Abstand volumenstärkste Programm war wie in den Jahren zuvor die „Gemeinschaftsaufgabe, Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur‘ – GRW –“ (kleine und große Richtlinie) mit einem Zusagevolumen von insgesamt 129,6 Millionen Euro. Die Fördermittel werden zu Investitionen in Höhe von 763,3 Millionen Euro führen. Dies entspricht mehr als einer Verdopplung des Investitionsvolumens gegenüber 2015.

Einen besonderen Erfolg erzielte das Programm „Gründung Innovativ 2015–2017 EFRE“: Nachdem im Startjahr 2015 insgesamt 692.000 Euro für 7 Vorhaben zugesagt wurden, erzielte die ILB im Jahr 2016 bereits ein Fördervolumen von 3,6 Millionen Euro für 38 Vorhaben. Ähnlich stark nachgefragt wurde die Richtlinie „Meistergründungsprämie Brandenburg“: Im Startjahr 2015 wurden 5 Vorhaben mit insgesamt 43.500 Euro gefördert. Im Jahr 2016 sagte die ILB bereits 766.000 Euro für 88 Vorhaben zu.

Das im April 2016 eingeführte Programm „Mikrokredit Brandenburg“ wurde von Beginn an stark nachgefragt, sodass die ILB bis zum Jahresende bereits Fördermittel in Höhe von insgesamt 2,0 Millionen Euro für 95 Vorhaben zusagen konnte. Die mit den Mikrokrediten ermöglichten Investitio­nen sollen zu rund 160 neuen Arbeitsplätzen in Brandenburg führen.

Das Zusagevolumen der ILB-Produkte erreichte 122,7 Millionen Euro. Den größten Anteil daran hat der „Brandenburg-Kredit für den Mittelstand“ mit 52,7 Millionen Euro. Hier konnte die Bank ein um 54 Prozent höheres Fördervolumen gegenüber dem Vorjahr verzeichnen.

Grafik: Förderfeld Wirtschaft. Entwicklung des Zusagevolumens 2003 – 2016

Auch die Technologieförderung entwickelte sich erfreulich. Innovationen in Wirtschaft und Forschung werden vom Land Brandenburg gezielt unterstützt. Die starke Nachfrage von Un­ternehmen und Forschungseinrichtungen nach Fördermitteln zeigte sich zum Beispiel bei dem Programm „ProFIT“. Hier ist eine Förderung über Zuschüsse und/oder Darlehen möglich. Nach einer Anlaufphase im Jahr 2015 stieg das Fördervolumen 2016 auf 21,4 Millionen Euro an, davon wurden 16,6 Millionen Euro als Darlehen zugesagt. Das über dieses Programm ermöglichte Investitionsvolumen vervierfachte sich gegenüber dem Vorjahr auf 30,1 Millionen Euro. Damit trug „ProFIT“ wesentlich zu dem guten Ergebnis bei. In der Technologieförderung konnte die ILB im Auftrag des Landes insgesamt 25,7 Millionen Euro und damit fast das Doppelte des Vorjahreswertes bewilligen.

In der Agrarförderung sagte die ILB 98,6 Millionen Euro und damit 14 Prozent mehr Mittel zu als im Vorjahr. Das Fördervolumen im Rahmen der Geschäftsbesorgung betrug mit 38,9 Millionen Euro das Dreifache des Vorjahres. Zu diesem Ergebnis beigetragen haben zum einen die im Jahr 2016 gestarteten neuen Richtlinien und zum anderen die starke Nachfrage nach Mitteln des ELER-Programms „Einzelbetriebliche Investitionen in landwirtschaftliche Unternehmen“ in Höhe von 15,9 Millionen Euro. Das ILB-Produkt „Brandenburg-Kredit für den Ländlichen Raum“ erreichte 59,8 Millionen Euro.

Die Medienförderung hat für die Region eine besondere Bedeutung. Hier verwaltet die ILB als Treuhänder und Geschäftsbesorger für die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH medienspezifische Fördermaßnahmen. Im Jahr 2016 bewilligte die Bank Mittel in Höhe von 27,1 Millionen Euro.

Das Zusagevolumen des ILB-Produktes „Zwischenfinanzierung von Filmproduktionen“ wurde mit 15,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Das damit ermöglichte In­vestitionsvolumen erhöhte sich um 124 Prozent auf 37,1 Millionen Euro.

Insgesamt konnte das Zusagevolumen in der Medienförderung auf 42,3 Millionen Euro gesteigert werden. Das damit ermöglichte Investitionsvolumen in Höhe von 404,6 Millionen erreichte fast das Zehnfache der ausgereichten Fördermittel.

Im Rahmen des Hausbankenverfahrens arbeitet die ILB mit Instituten aus allen Bankengruppen wettbewerbsneutral zusammen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Kooperation mit den Sparkassen im Land. Die Bank fungiert für sie als Leitinstitut bei der Abwicklung der Förderprogramme der KfW Bankengruppe. Im Durchleitungsgeschäft von KfW-Krediten für die Wirtschaft an die Sparkassen in Brandenburg sagte die ILB 13,1 Millionen Euro zu.

Mit ihren Kapitalbeteiligungsgesellschaften leistet die Bank einen wichtigen Beitrag zur Eigenkapitalfinanzierung von wachstums- und innovationsorientierten Unternehmen in Brandenburg. Sie verfolgt damit das Ziel, die Eigenkapitalausstattung dieser zumeist kleinen und mittleren Unternehmen durch Direktbeteiligungen und Mezzanine-Finanzierungen zu stärken. Die Mittel für die im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft und Energie errichteten Fonds werden vom EFRE, vom Land Brandenburg und der ILB zur Verfügung gestellt.

Über den im Jahr 2009 aufgelegten BFB Wachstumsfonds Brandenburg hat sich die ILB bisher mit insgesamt 33,8 Millionen Euro an 27 Unternehmen beteiligt. Der Frühphasenfonds Brandenburg wurde im Jahr 2010 aufgelegt und hat seitdem insgesamt 22,8 Millionen Euro für 24 Beteiligungen zugesagt. Durch die Investitionen der beiden Fonds konnten bisher mehr als 1.100 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden.

Ergänzend beziehungsweise als Nachfolger wurde im neuen EFREOP der Frühphasen- und Wachstumsfonds in Höhe von 70,0 Millionen Euro aufgelegt. Im Jahr 2016 konnten hieraus von der BFB Brandenburg Kapital GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der ILB, Beteiligungen in Höhe von insgesamt 10,0 Millionen Euro an 13 Unternehmen investiert werden.

Tabelle: Von der ILB gehaltene Beteillgungen

Darüber hinaus vergibt die ILB seit dem Jahr 2010 mit dem „Brandenburg-Kredit Mezzanine“ eigenkapitalähnliche Nachrangdarlehen an kleine und mittlere Unternehmen. Hieraus wurden 19 Unternehmen mit insgesamt 19,8 Millionen Euro finanziert und damit rund 1.700 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert.

Auch hierzu wurde ein Nachfolgeprodukt etabliert: Über den „Brandenburg- Kredit Mezzanine II“ mit einem Gesamtvolumen von 32,5 Millionen Euro bewilligte die ILB im Jahr 2016 Nachrangdarlehen für 4 Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von 5,1 Millionen Euro.

Über ihre Förderprogramme und Beteiligungen hinaus engagiert sich die Bank auch in Existenzgründungsinitiativen. Die ILB organisiert gemeinsam mit der Investitionsbank Berlin (IBB) und der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB) den Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW). Der BPW ist die größte regionale Existenzgründungsinitiative Deutschlands und unterstützt jeweils über einen Zeitraum von neun Monaten Gründungswillige bei der Erstellung von Geschäftskonzepten durch ein Exper­tennetzwerk, Seminare und Kontaktveranstaltungen.

Ebenfalls gemeinsam mit der IBB ist die ILB Veranstalter der jährlichen Deutschen Gründer- und Unternehmertage (deGUT), der größten Exis­tenzgründungsmesse Deutschlands. Die deGUT bietet an zwei Tagen ein umfangreiches kostenloses Seminarprogramm sowie Kontakte zu Experten, Mentoren und Gleichgesinnten. Dabei wendet sie sich sowohl an Gründungswillige als auch an bereits etablierte Unternehmen.

Die Nachfrage nach den Angeboten für Gründungen bleibt konstant hoch: Im Jahr 2016 konnten die beiden Existenzgründungsinitiativen deGUT und BPW insgesamt rund 7.400 Teilnehmer verzeichnen.