Sehr geehrte Damen und Herren,

was haben der Chemiebetrieb ORAFOL Europe in Oranienburg, die Stadt Brandenburg an der Havel und die Agrargenossenschaft „Ländeken“ aus Meinsdorf/Niederer Fläming gemeinsam? Sie gehören alle zu unseren Kunden der ersten Stunde.

Seit 1991 sind wir für das Land Brandenburg aktiv – zuerst als Fördergesellschaft mbH Potsdam und seit 1992 als Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB). Am Anfang standen wir vor großen Aufgaben, denn das neu gegründete Bundesland Brandenburg trug an einer schweren Starthypothek: Die Industrieproduktion war größtenteils zusammengebrochen und die Arbeitslosigkeit entsprechend hoch, auch in der Landwirtschaft vollzog sich ein tiefgreifender Strukturwandel, die Umwelt war stark belastet, es gab Defizite in der Infrastruktur und ein unzureichendes Wohnraumangebot.

Der abrupte Übergang von der Planwirtschaft der DDR zur sozialen Marktwirtschaft der Bundesrepublik verlangte den Menschen sehr viel ab. Doch die Brandenburger waren willens, sich dem Neuen zu stellen.

Diese Aufbruchstimmung zeigte sich auch bei der Arbeit der ILB. Wir förderten regionale Betriebe, die sich neu ausrichten wollten, und Unternehmen aus den alten Bundesländern, die sich in Brandenburg ansiedelten, wir unterstützten Existenzgründer und Landwirte, die Wohnungswirtschaft und Familien, die ein Eigenheim bauen oder kaufen wollten. Es war eine echte Pionierzeit, denn es gab viel Raum für Neues.

25 Jahre nach der Gründung der ILB blicken wir auf mehr als 120.000 geförderte Projekte zurück. Wir konnten insge­samt mehr als 38 Milliarden Euro Fördermittel zusagen und damit Investitionen von 76 Milliarden Euro ermöglichen, in deren Folge 173.000 neue Arbeitsplätze entstanden. 324.000 Wohneinheiten wurden neu gebaut oder modernisiert und damit den Bürgern bedarfsgerechter und bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus konnten seit der Erweiterung des ILB-Aufgabenspektrums um das Förderfeld „Arbeit“ im Jahr 2014 mehr als 100.000 Personen weiterqualifiziert oder über andere Projekte gefördert werden.

Nicht nur mit den vergangenen, auch mit den aktuellen Ergebnissen können wir zufrieden sein. Das Jahr 2016 war eines der erfolgreichsten Geschäftsjahre seit Bestehen der ILB. Die Förderung im Auftrag des Landes und über unsere ILB-eigenen Produkte führte zu einem Zusagevolumen von fast zwei Milliarden Euro für mehr als 5.000 Projekte. Durch die Förderung können Inves­titionen in Höhe von 2,9 Milliarden Euro angeschoben werden.

Wir sind stolz auf das in den vergangenen 25 Jahren Erreichte. Nun gilt es, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Wo sehen wir als ILB für unsere Arbeit der nächsten Jahre die Schwerpunkte? Wo können wir das Land weiter unterstützen?

Im Wohnungsbau ist es das politische Ziel, die Ressourcen auf Städte mit Entwicklungspotenzialen zu konzentrieren, ohne die Wohnraumversorgung im Umland zu vernachlässigen. Wir werden dabei unterstützen, bezahlbaren Wohnraum in den stark nachgefragten Berlin-nahen Räumen zu schaffen.

Die Mobilität der Bürger ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung des ländlichen Raums und der Städte. Dazu gehört unter anderem, den öffentlichen Personennahverkehr zu stärken und die erforderliche Infrastruktur zu schaffen, um Verkehrsangebote zu vernetzen.

Der Grad der Digitalisierung wird für viele Unternehmen in der Zukunft über deren wirtschaftlichen Erfolg entscheiden. Hier wollen wir vor allem kleine und mittlere Unternehmen unterstützen. Auch in der Landwirtschaft ist die Digitalisierung eine große Herausforderung und birgt große Chancen. Mit dem „Entwicklungskonzept Brandenburg Glasfaser 2020“ ist unser Land beim Breitbandausbau deutlich vorangekommen. Den weiteren Ausbau des Glasfasernetzes werden wir aktiv begleiten.

Stichwort Energieversorgung: Die Landesregierung will den Anteil der erneuerbaren Energien am prognostizierten Energieverbrauch bis zum Jahr 2030 auf 44 Prozent steigern sowie den Netzausbau und die Entwicklung der Speichertechnologien forcieren. Wir werden einen Beitrag leisten, um diese Ziele zu erfüllen. Gleichzeitig wollen wir aber auch den notwendigen Strukturwandel in den Lausitzer Braunkohlerevieren voranbringen.

Außerdem bleiben wir ein verlässlicher Finanzierungspartner der Kommunen, denn diesen stehen in den kommenden Jahren erhebliche Infrastrukturinvestitionen bevor.

Nicht nur wir sind 25 Jahre älter geworden, auch die Unternehmer der „ersten Generation“ nach der Wende. Mit der Förderung der Unternehmensnachfolge und des Fachkräftenachwuchses wollen wir dazu beitragen, die Brandenburger Wirtschaft zukunftssicher zu machen. Die Brandenburger Wirtschaft benötigt qualifizierte Fachkräfte. Daher unterstützen wir mit unseren Programmen die Weiterbildung und die Integration von Mitarbeitern und fördern entsprechende Projekte.

Viele dieser Politikfelder werden mit Mitteln der Europäischen Union gefördert. Die Konzentration der Förderung aus den Fonds EFRE , ESF, INTERREG und Teilen des ELER bei der ILB hat sich bewährt. Darüber hinaus werden wir die Förderprogramme des Landes, des Bundes und der EU auch weiterhin durch eigene Programme im Rahmen der Brandenburg-Kredit-Familie ergänzen.

Seit Mai 2017 stehen wir unseren Partnern und Kunden an einem neuen Standort in Potsdams Mitte zur Verfügung. Das moderne Gebäude bietet viel Raum für Neues – für neue Förderkonzepte, aber auch hinsichtlich der neuen, sehr guten Erreichbarkeit, für neue Arbeitsformen in der ILB sowie zwischen der ILB und ihren Partnern und für neue Formen der Kommunikation. Mit neuen Veranstaltungsfor­maten wollen wir Raum für Kreativität, Dialoge und engagierte Zusammenarbeit im Interesse der Entwicklung unseres Bundeslandes schaffen.

Raum für Neues sehen wir auch bei der Digitalisierung unserer Prozesse. Unser Kundenportal auf www.ilb.de werden wir weiterentwickeln. Ziel ist es, die ILB für das nächste Jahrzehnt erfolgreich aufzustellen.

Vorstand und Mitarbeiter setzen alles daran, die konstant positive Entwick­lung der ILB fortzuführen – für unsere Kunden der ersten Stunde, deren Entwicklung wir seit mehr als 25 Jahren begleiten ebenso wie für die Kunden, die wir in der ILB erstmals willkommen heißen.

Unterschrift von Tillmann Stenger
Tillmann Stenger
Unterschrift von Jacqueline Tag
Jacqueline Tag